Kiliani, Kunst und Kultur

Auf dem Kiliani wird das Partylied “Layla” über die sexy Puffmama verboten. Und natürlich streiten sich die Gemüter. Die FDP beklagt die damit verbundene Einschränkung der Kunstfreiheit, andere drücken es einfacher aus mit “das wird man doch noch sagen (oder singen) dürfen.”

In der Tat bin ich auch überrascht. Schließlich gehört Sexismus doch zum Kiliani wie Lebkuchenherzn, Bier und ins Gebüsch pissen. Davon zeugen die Gesten des Herren im Bierzelt mir gegenüber, noch nicht gecancelte Lieder oder Sprüche von Menschen oder Elchköpfen.

Nicht zu vergessen die ganzen Bilder. Geschätzt fast die Hälfte der Geschäfte zeigt tief ausgeschnittene Damendekolleté (sofern diese überhaupt mehr als subtil verdeckt werden), große Frauenbrüste oder -hintern, bzw. solche in zu knappen Hosen, oder Frauen, die von Tintenfischen begattet werden. (Was sonst sollte sich hinter “Octopussy” verbergen?)

Natürlich ist nicht nur Sexismus (mit entsprechenden Rollenbildern) ein Kulturgut auf solchen Festen in Bayern. Man darf auch gern Rassismus dazu zählen. Glücklicherweise ist das Volks-fest weitgehend frei von der Darstellung schwarzer Menschen (außer vielleicht als exotische, leicht bekleidete Schönheiten, womit wir beim vorherigen Punkt wären). Darstellung von Menschen mit Behinderung finden sich in der Geisterbahn, glücklicherweise sicher hinter Gittern.

Und das, obwohl immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund oder mit Behinderung das Fest zu erobern versuchen – ob mit oder ohne Liederverbote. Bleibt noch die Frage, ob (bzw. wie lange) wir die Kulturgüter und unsere schützenswerten weißen Männer noch bewahren können.

https://www.fdp-wuerzburg.de/aktuelles/news/?id=9047

Leave a comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *