Klimaschutz ist unbequem

Klimaschutz ist unbequem.
Immer wieder Freitags auf die Straße gehen.
Jetzt soll man auf der Autobahn
nur noch 130 fahrn.
Soll nicht mehr in den Urlaub fliegen,
das Auto bleibt in der Garage stehen.
Soll nur noch mit dem Fahrrad fahren,
oder noch besser: Nur noch zu Fuß gehen.
Und den Fleischgelüsten des Lebens
soll man sich auf nicht mehr hingeben.
Bei Produkten auf die Inhaltsstoffe achten,
ohne Palmöl und Mikroplastik soll es sein.
Am besten fair und regional,
und kauf nicht mehr beim Discounter ein.

Auf Konsum verzichten, Stromanbieter wechseln,
nicht mehr zu McDonalds gehen
Solaranlage auf den Dach.
Ja, Klimaschutz ist unbequem.

Ja, es ist unbequem, nicht bequem zu sein.
Und daheim
den Alltag aufzugeben,
anders zu leben
das alte Leben umzumodeln:
Von bequem auf klimaschonend.
Ja, wir können sehen,
das ist lästig, das ist unbequem.

Aber wisst ihr, was noch unbequemer ist?
Das sind wir. Für die Politik.
Denn wir stellen kritische Fragen.
Wir sehen den Politikern ins Gesicht und sagen:
Wie könnt ihr es wagen!
Den Kohleausstieg zu vertagen
Umweltorganisationen zu verklagen
und Klimaziele abzusagen?!
Wie soll unsere Erde das ertragen?
Tut mir Leid, doch ich muss euch sagen:
Ihr habt versagt.

Es ist unsere Zukunft, die wir heute verbrauchen.
Es ist unsere Zukunft, die wir in Kohlestromwerken verrauchen.
Es ist unsere Zukunft, die wir heute vernichten.
Der Schaden von morgen, den wir heute verrichten.

Und doch, ihr kennt den Spruch sicherlich:
„Ach Kind, ich du sollst es mal besser haben als ich.“
Ganz ehrlich?
Sicher bin ich mir da nicht.

Und wisst ihr was?
Ich will es auch nicht!
Vielleicht lebe ich lieber in einer Zeit ohne Handy, wo man miteinander spricht,
wo man sich zu spielen auf der Straße trifft.
Und wo Fleisch noch etwas besonderes ist,
dass man ein mal in der Woche isst.
Wo man Eier beim Bauern holt, den man noch beim Namen kennt,
und der seine Kühe noch beim Namen nennt.
Wo man noch zu Fuß hingeht
und die Milch in der Milchkanne nach Hause trägt.
Und was man sonst noch braucht,
kauft man im Tante-Emma-Laden um die Ecke ein.
Wo man noch die Nachbarin trifft.
Die läd man gleich zum Kaffee ein.
Dann sieht man, wie Biodiversität lebt,
wo noch die Wespe um den Zwetschgendatschi fliegt.
Die Erdbeeren kommen aus dem Garten,
man kauft sie nicht im Winter ein.
Ungespritzt, von Hand gepflückt
schmecken sie nach Sonnenschein.
Urlaub macht man bei der Oma,
und nicht auf der andren Seite der Welt.
Werfen Kapitalismus auf den Müll,
und nehmen uns das, was wirklich zählt.
Und an Weihnachten wird man nicht mit Geschenken überworfen,
weil es die Gemeinschaft ist, die zählt.
Und kein Geschenk schmeckt so süß,
wie die Orange, die man gemeinsam unterm Tannenbaum schält.

Ja, eine Welt, in der man hofft,
dass es in Zukunft aufwärts geht,
statt langsam mit anzusehen,
wie unsre Welt vor die Hunde, und schließlich langsam unter geht.

Ja, Klimaschutz ist unbequem.
Doch das nehm ich gerne hin
Ich kann nur nicht verstehen,
warum es schwieriger ist,
statt nach vorn einen Schritt zurück zu gehen.

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