Klimastreik

Schön, euch alle hier zu sehen,
wieder gemeinsam auf die Straße gehen.
So viele Leute, die gekommen sind,
Radfahrer:innen,
so bunt,
alt und jung,
von Oma bis Kind.

Wird ja auch Zeit,
endlich mal wieder Klimastreik.
Oder sollte ich sagen: Wieder mal
sind wir da.
Also mal wieder Schilder malen.
Malsachen raus, Spruch ausgedacht,
hübsch bemalt und mitgebracht.
Sprüche, die eigentlich jeder kennt:
Unsere Erde brennt,
die Politik verpennt.
Es heißt Klimakrise, nicht Klimawandel.
Wir streiken, bis ihr handelt.

Altbekannte Forderungen,
mit neuen Zahlen,
muss man nicht mehr sagen,
so oft genannt,
jedem und jeder schon bekannt.


Und trotzdem sind wir
schon wieder hier!
Besonders junge Menschen,
Kinder, Studis, Schüler:innen,
haben was zu sagen,
Plakate malen,
und diese mit Fahnen
Freitags auf die Straße tragen,
die Shouts rufen, Lieder singen,
um ihre Forderungen auf die Straße
und (hoffentlich) in die Politik zu bringen.

Obwohl wir eigentlich besseres zu tun haben,
Zeit mit Freunden, für die Schule lernen,
die einen spielen Computer, die anderen lesen gerne,
und müssen uns trotzdem mit Demos rumschlagen
und die Freitage
durch die Straßen latschen.

Denn wir sind hier
und müssen das machen
um uns Gehör zu verschaffen.
Doch die Politik hört uns nicht zu.
Sagen: Geht in die Schule, Uni, dort etwas lernen,
erst erwachsen werden,
bis der Job beginnt,
nehmt alles hin,
und letztlich ist es der Kapitalismus, der gewinnt.
Doch wir geben keine Ruh,
und nehmen es nicht hin
wie sie unsere Zukunft an Auto- und Kohlelobby verkaufen.


Und doch…
Die Wissenschaft stimmt uns zu,
während wir wöchentlich durch die Straßen laufen.
Wir haben es probiert,
während nix passiert
und es die Politik einfach nicht interessiert.
Es hat keinen Sinn
weil wir einfach zu wenig sind.
Unsere Zahl ist zu gering.
Wir sind zu wenige, wir sind zu klein.
Und ja, irgendwann werden auch wir erwachsen sein,
doch so lange haben wir keine Zeit.

Über die Hälfte der Deutschen ist über 40,
und jeder Vierte 60 Jahre alt.
Ja, es ist bekannt –
wir sind ein altes und alterndes Land.
Und dann
muss man auch nicht lange überlegen
für wen Politiker:innen Politik machen.
Kann man nicht darüber lachen,
sich nicht wundern, ist leicht zu verstehen,
da wir, na klar,
auch im Bundestag
nur alte, weiße Menschen sehen.


Darum spreche ich euch Alte, euch Erwachsene an,
deren Stimmen man in diesem Land
aber vor allem in der Politik am lautesten hören kann.
Euch, die ältere Generation,
ihr wart vor uns da,
ihr, die Eltern und Großeltern
habt die Grundsteine gelegt, auf denen wir stehen,
die Weichen gestellt, wohin wir gehen,
die Zukunft gebaut, die wir vor uns sehen,
ja, ihr habt uns schon viel gegeben,
doch die Klimakrise wird uns alles wieder nehmen.

Wir brauchen euch für diesen Wandel.
Für uns wird die Politik nicht handeln.
Wir schaffen es nicht allein.
Darum bitte, lasst uns solidarisch sein.


Und nein, auch wir sind nicht perfekt,
glauben vielleicht, wir haben alles ausgecheckt,
jung und naiv, wie wir sind.
Doch waren wir alle mal Kind.
Und da ist es klar, dass auch wir Fehler machen,
scheiße bauen.
Weil wir zu viel auf unsre Smartphones schauen.
Verhalten uns dumm,
hängen auf Facebook, Insta, Tictoc rum.
Während wir mit eSchooter durch die Straßen rasen.
Bubbletea in Einwegbechern sind inn,
die in 100 Jahren noch nicht verrottet sind.
Wollen lange schlafen,
und nchts Party machen.
Haben Fehler, Laster, die an uns haften.

Unter 18 wählen fast 17% die Parteien mit C
und über 7% die AfD.
Manche sogar die NPD.
Und, kann echt nicht angehen,
das 12% auf den Lindner stehen.

Ja, das alles tut uns Leid,
doch leider haben wir keine Zeit
für einen Generationenstreit.
Denn wir brauchen Klimagerechtigkeit
und dafür Einig- und Gemeinsamkeit.

Wir brauchen jetzt eure Solidarität,
weil es um nicht mehr als unsre Zukunft geht.


Bitte, helft uns,
wir sind die letzte Generation, die das schlimmste aufhalten kann.
Darum packen wir die Aufgabe gemeinsam an.
Für alle, die nicht wählen können
müssen wir wählen gehen.
Während sie auch noch einen weiteren Lockdown
ohne Schule durch- und überstehen.

Darum gebt uns eine Stimme,
und eure Stimme für uns.
Denn es geht um nicht weniger
als unser aller Zukunft.

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